Im Zen-Buddhismus sind Zeremonien und Rituale aktive Übungen in Achtsamkeit. Jede Handlung – vom Essen bis zum Meditieren – wird bewusst ausgeführt, um den gegenwärtigen Moment zu schätzen und unsere Verbindung mit allem Existierenden zu stärken.
Die Sutren-Rezitation hilft uns, den Geist zu fokussieren, die eigene Atmung zu vertiefen und innere Klarheit zu schaffen. Bei der Teezeremonie (Sarei) verkörpern wir die vier Werte des Teewegs: Harmonie, Respekt, Klarheit und Stille. Darüber hinaus gibt es Zeremonien für kranke Menschen und das Ritual der Zufluchtnahme.
Zufluchtnahme
Bei der Zufluchtnahme zu den Drei Schätzen, Buddha, Dharma und Sangha, empfängt man, im Kreise der Sangha, die ersten fünf Silas und gibt sich vor Zeugen das Versprechen, dem Buddha Weg zu folgen.
Kito – Eine Zeremonie für kranke Menschen
Während einer Kito Zeremonie widmen wir die Energie des Zazen und der Rezitation aktuell ernsthaft erkrankten Menschen. In einem Eko werden die Namen dieser Personen verlesen. So soll ihnen durch die Kraft der Sangha geholfen werden, physisches oder psychisches Leiden zu lindern und den Frieden des Geistes wiederzufinden.
Ryaku fusatsu – Die Reuezeremonie
Die Reuezeremonie, Ryaku fusatsu, ist eine der ältesten und universellsten Zeremonien, die auf die Lebzeiten von Shakyamuni Buddha zurückgeht. Sie wird, in verschiedenen Abwandlungen, in allen buddhistischen Traditionen praktiziert.
Ryaku bedeutet „verkürzt“ oder auch “einfach” und fusatsu kann mit “eine gute Praxis fortsetzen” oder “den schädlichen Handlungen ein Ende machen” übersetzt werden. Wir möchten die Zeremonie als gemeinsame Suche nach Einheit und Verbundenheit verstehen, welche sicherlich auch zu Buddhas Zeiten in diesem Geist abgehalten wurde.
Im Rahmen der Ryaku fusatsu Zeremonie haben alle Sangha Mitglieder die Gelegenheit über die Gebote und den direkten Bezug zu ihrem aktuellen Leben zu berichten und dies mit den Anwesenden zu teilen.
