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You Never Walk Alone – meine Pilgerreise auf Shikoku und dem Henro 88


Im Oktober 2026 breche ich zu Fuß auf zu den 88 Tempeln und einigen der 20 Bekkaku-Tempel auf der viertgrößten japanischen Insel Shikoku.

Genau genommen werde ich natürlich nicht zu Fuß aufbrechen, sondern nach Seoul, Korea, fliegen und von dort aus weiter nach Kobe, Japan. Mich trennt dann noch eine etwa zweistündige Busfahrt nach Naruto im Norden der Stadt Tokushima, wo der erste der 88 Tempel auf mich wartet.

Und dann werde ich erstmals in meinem Leben pilgern. Gewandert bin ich schon, auch über mehrere Wochen – aber dies hier ist neu. Und ich bin aufgeregt wie vor einem Sesshin – oder vor meinem ersten Sesshin.

Seit Monaten bereite ich diese Reise vor. Wälze Reisebücher, schaue mir Karten an, versuche zu verstehen, wie ich in 60–70 Tagen diesen Weg bewältigen kann. Dazwischen meldet sich immer mal wieder mein Knie, das mir einen Sturz auf dem Weg zur Fähre von Unzen nach Kumamoto im März dieses Jahres noch nicht ganz verziehen hat. Aber ich bin wild entschlossen.

Ich bin Zen-Nonne und dieser Shikoku-Pilgerweg ist keine übliche Praxis für Zen-Praktizierende. Von den 88 Tempeln, die ich besuchen möchte, sind gerade mal drei Zen-Tempel (zwei Rinzai, einer Sōtō). Die meisten gehören zum Shingon-Buddhismus, auch esoterischer Buddhismus genannt, und sind wie der gesamte Pilgerweg eng mit dem in Japan hochverehrten buddhistischen Mönch und Gründer der Shingon-shū, Kūkai (774–835), verbunden.

Legenden zufolge soll Kūkai selbst den Weg begründet haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich der heutige Pilgerweg über Jahrhunderte entwickelt hat. Erste schriftliche Hinweise auf Pilger auf Shikoku stammen etwa aus dem 12. Jahrhundert; seine heutige Form mit 88 Tempeln entstand vermutlich erst im späten 16. und 17. Jahrhundert.

Um ehrlich zu sein, ich habe mich vor meinem Entschluss, nach Shikoku zu gehen, fast gar nicht mit Kūkai beschäftigt. Er ist mir bei der Vorbereitung unserer bisherigen zwei Japanreisen schon begegnet – und seine Statuen stehen auch immer wieder vor buddhistischen Tempeln in Japan –, aber ich hatte bisher noch keinen Wunsch verspürt, mehr über den Shingon-Buddhismus zu erfahren.

Vor allem die erste Reise nach Japan war geprägt und geführt von einem großen Wissensdurst und dem Kennenlernen-Wollen unserer Zen-buddhistischen Tradition, mit Besuchen unserer Ahnentempel Hōkō-ji in Hamamatsu, Eihei-ji und Myōshin-ji – und den wiederkehrenden Aufenthalten in unserem lieb gewonnenen Familientempel Gyatēji mit angegliedertem Guesthouse, geführt von unserem Dharmabruder, dem Mönch Yōdō Kōdō auf Kyūshū.

Warum also jetzt Shikoku und der Shingon-Buddhismus?
Zum ersten Mal gehört habe ich von dem Pilgerweg durch meinen Zenmeister Christoph Rei Ho Hatlapa. Er hatte mir mal vor vielen Jahren erzählt, dass es diese Insel gibt mit den vielen Tempeln, um die er gern mal wandern würde. Das hat schon mein Interesse geweckt – ich kenne ein paar Leute, die den Camino in Nordspanien gegangen sind – und dass es so etwas auch in der buddhistischen Tradition gibt, fand ich wunderbar. Aber 1.200 km? In Japan?

Es war für mich lange unvorstellbar, dass ich jemals zu so etwas in der Lage sein könnte. Ich habe viele Jahrzehnte meines Lebens mit mehr oder weniger sinnstiftender Arbeit verbracht – da waren einmal vier Wochen Urlaub für die erste Japanreise das oberste vorstellbare Limit an Urlaub.
Nun ist aber bei mir eine Zeit gekommen, in der ich eine große Lebensentscheidung getroffen habe. Im Frühling 2026 habe ich meine Arbeitgeberin gebeten, mich aus der Rolle als Vorständin zu entlassen. Nicht, weil ich meine Arbeit nicht liebte oder einen neuen Job gehabt hätte. Mir war einfach klar geworden, dass es so, in diesem Tempo, nicht mehr weitergeht. Und ich habe in mir eine starke Entschlossenheit gespürt, mich noch tiefer meiner spirituellen Entwicklung zu widmen.
Denn mein Leben ist endlich.

Kaum war diese Entscheidung ausgesprochen und mein Ausstieg in die Wege geleitet, kam die Vision zu mir: Ich werde den Shikoku-Pilgerweg gehen. Warum? Ich weiß es nicht.
Noch in derselben Woche habe ich meine Flüge gebucht, sodass ich drei Monate Zeit zum Pilgern habe. Abreise im Oktober 2026. Rückkehr im Januar 2027.
Erst später wurde mir klar, dass ich somit in den Winter hineinlaufen werde, dass es möglicherweise eiskalt wird, dass über Neujahr die wichtigsten Feiertage sind und die meisten Unterkünfte geschlossen sein werden. Trotz einiger Versuche habe ich meine Japanischkenntnisse bisher kaum verbessern können und auf dem Land sprechen die wenigsten Menschen Englisch.

Größer als die Zweifel wurden aber Vorfreude und Neugier. Auf die Erfahrung, wochenlang unterwegs zu sein, von Tempel zu Tempel, dort meinen Dienst als Pilgerin (Henro) zu absolvieren: Hände und Mund säubern, Kerzen und Räucherstäbchen darbringen, unter anderem das Herz-Sutra rezitieren – in jedem Tempel zweimal, in der Haupthalle und in der Kūkai gewidmeten Daishi-Halle.
Auf die Kultur der Insel, seit Jahrhunderten geprägt durch die Pilgerschaft, in dunklen und hellen Zeiten. Auf die kleinen Minshukus (Gasthäuser), seit Generationen im Familienbetrieb, die Bergtempel, die Community, die im Hintergrund dafür sorgt, dass die Pilger gut versorgt sind, Hütten als Unterstand baut.

Und es gibt die alte Tradition des Osettai お接待: Menschen schenken Pilgernden unterwegs etwas – einen Tee, eine Mahlzeit oder eine kleine Unterstützung – ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Es ist eine Kultur des Gebens und Empfangens, die seit Jahrhunderten zum Pilgerweg gehört.

Vor allem bin ich gespannt, wie es mir ergehen wird. Ob ich genug Kraft habe? Wie werde ich mit Widrigkeiten umgehen, werde ich verzweifelt sein, euphorisch oder gar nichts von dem? Werde ich einfach nur gehen und nichts mehr denken können? Werde ich gut genug zu mir sein und mir Bus und Bahn gönnen – für japanische Pilger übrigens ganz normal –, wenn es nötig ist, ohne dass mich mein Ehrgeiz killt?

Für mich ist diese anstehende Reise ein Tor in mein neues Leben, das ich genauso wenig kenne wie Shingon, Shikoku oder mich als Henro.

Ganz allein werde ich auf jeden Fall bei diesem Abenteuer nicht sein. Der hölzerne Pilgerstab, den ich bei Tempel 1 erstehen werde, wird mich auf meiner Reise begleiten. Er wird Kongō-zue genannt und steht für Kūkai, den Kōbō Daishi. Es heißt, er dient nicht nur als Gehhilfe, sondern verkörpert Kūkai selbst. Die Inschrift Dōgyō Ninin (同行二人) heißt übersetzt „Zwei reisen gemeinsam“. Dies drückt den Glauben aus, dass der Pilger niemals allein geht, sondern Kūkai ihn auf jedem Schritt des Weges begleitet und beschützt.

Auf meinem Weg werde ich hier im Blog immer mal wieder Geschichten und Eindrücke von meiner Pilgerreise teilen. Ich würde mich freuen, wenn Du auf diesem Wege daran teilhast.

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Sesshin mit Muhô im Kô Getsu An

„Das ozeanische Gefühl, wenn sich die innere und die äußere Temperatur angleichen.„


Vom 13.08. – 16.08.2026 war Muhô wieder zu Gast im Kô Getsu An und wir kamen erneut in den Genuss eines Sesshins im Antaiji Stil. Hier ist die Form sehr reduziert, Zazen und Kin Hin wechseln einander ab, der Tag beginnt früh und endet spät, so dass die Gesamtzeit des Zazen in der Regel bei 15 Stunden pro Tag liegt.

Da für das Sesshin Wochenende große Hitze mit bis zu 38° angesagt war, hatten wir im Vorfeld ein wenig Sorge, ob das Tagesprogramm unter diesen Bedingungen überhaupt durchführbar seien. In Absprache mit Muhô einigten wir uns dann darauf, eine lockere Sitzkleidung (T-Shirt und kurze Hosen) zu erlauben und während der größten Hitze in der Mittagszeit, eine längere Pause einzurichten. Dies verkürzte zwar die Zazen Zeit auf „nur“ 13 Stunden täglich, sicherte jedoch die Überlebenschancen der Teilnehmenden erheblich.

Es hieß also Sitzen und Schwitzen, unterbrochen nur von zwei Mahlzeiten pro Tag und ausgedehntem Kin Hin unter dem weiten Himmel, auf dem Weg vom Kô Getsu An durch die Felder und Wiesen, deren Erscheinungsbild sich je nach Tageszeit veränderte, von nebliger Morgenfrische bis zu großartigen Sonnenuntergängen. Das letzte Zazen des Tages saßen wir Yaza im Garten, während dessen uns die Kühle der Nacht etwas abkühlte und uns die Schreie des Kauzes und manchmal das Schnauben von Pferden begleitete.

Johanna Ho Ka konnte wegen einer Knieverletzung leider nicht mit sitzen, nahm aber auf andere Weise am Sesshin teil. Während die anderen in der Zendo praktizierten, versorgte sie die Pflanzen im Garten mit Wasser, unterstütze in der Küche und sorgte für Schatten für die Mahlzeiten auf der Terrasse.

Es war ein Sesshin in tiefer Stille, mit Veteranen und Neulingen, die sich gegenseitig bestmöglich in ihrer Praxis unterstützen. Zum Ende des Sesshins hielt Muhô ein Teisho und es gab Gelegenheit für Fragen und Antworten.


Danke an Muhô und alle, die dabei waren!

Das offensichtliche Geheimnis

„Nichts ist offensichtlicher als das Unbekannte, nicht ist sichtbarer als das Verborgene“.


Das vergangene Vollmond Sesshin Wochenende mit Christoph Rei Ho Hatlapa im Kô Getsu An begann mit einem Knall. Nach brütender Hitze bei den Vorbereitungen folgte dem Donnerschlag zum Sesshinbeginn ein ausgiebiges Gewitter und danach die typische rheinische Schwüle. Das tat dem Prozess des „Ein Herz werdens“ aber keinen Abbruch und es war wieder eine intensive und bereichernde Zeit.

In einem seiner Teishos sprach Christoph Rei Ho davon, dass die grundlegende Natur der Wirklichkeit (die Leerheit, das Unbekannte) immer gegenwärtig und offensichtlich ist, sobald wir aufhören, sie mit Konzepten und Erklärungen zu überdecken. Weiterhin sprach er über Buddhas letzte Unterweisung in der Nacht seines Todes (Parinirvana), welche als „Das Achtfache Erwachen großer Menschen“ (jap. Hachidaininkaku) bekannt ist. Diese acht einfachen Anweisungen bzw. Haltungen, können wir jederzeit üben. Sie lauten:

Wenig Ansprüche/Wünsche haben; Genügsamkeit, also wissen, was genug ist; in Stille und Abgeschiedenheit leben; Stetige Weiterentwicklung, also Dinge zu Ende bringen, um ohne Altlasten nach Vorne schauen zu können; Achtsamkeit; Meditation; Weisheit entwickeln und schließlich, Keine leeren Diskussionen führen.


Danke an Christoph Rei Ho und alle die dabei waren!

Ein Mönch bleibt ein Mönch

Am 25.05.2026 wurde ich, Patrick Ho Kai, ein weiteres Mal zum Mönch ordinert. Nachdem ich 2012 bereits Tokudo, die Mönchsordination, in der Soto Tradition von Roland Yuno Rech empfangen hatte, wurde es nun Zeit, auch meine Verbindung zu Christoph Rei Ho Hatlapa durch diesen Schritt, in der Rinzai Tradition zu bekräftigen.


Ebenfalls ab 2012, nämlich seit meiner Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation bei Christoph Rei Ho, hatte ich beschlossen, die Beziehung zu ihm weiter aufrecht zu halten und mindestens ein Sesshin pro Jahr in der Choka Sangha in Steyerberg zu praktizieren. In all den Jahren seither hat Christoph Rei Ho auch die Praxis im San Bo Dojo immer sehr unterstützt, und so ergaben sich immer wieder Gelegenheiten, Zen und GFK Wochenenden dort durchzuführen. Nachdem ich Johanna Ho Ka während eines Sesshins in Steyerberg kennengelernt habe und wir daraufhin beschlossen, dass Ho Ka und Ho Kai sehr gut zusammen passen, haben wir unsere Version eines gemeinsamen Ortes für Zen-Leben und -Praxis entwickelt und entstanden ist daraus das Kô Getsu An, die Einsiedelei klarer Mond in Hennef Blankenbach. Christoph Rei Ho gab dem Ort seinen Namen und unterstützt unsere Praxis dort mit seiner Präsenz während zweier Sesshins im Jahr.

Unsere Hauspraxis im Kô Getsu An ist vornehmlich in der Rinzai Form, auch wenn ich dort auch Zen Tage und Sesshins in der Soto Tradition angeboten habe und anbiete. In beiden Formen habe ich ein Zuhause gefunden und auch Roland Yuno hat mich ermutigt, diesen Schritt zu gehen. Er sagte, „Schau in unser Ketsumyaku (ein Papier, auf dem mit roter Tinte, wie in einer „Blutlinie“, die Dharmaübertragung über die Generationen dokumentiert ist.), dort siehst Du, wie die Linien von Soto und Rinzai bei Dogen zusammen laufen“. – Bevor Dogen von Tendō Nyojō die Dharmaübertragung erhielt und in Japan die Soto Tradition etablierte, ging er mit seinem früheren Zen Meister, Myōzen nach China, um dort Zen zu studieren. Myōzen war Schüler von Myōan Eisai Zenji, dem Gründer der Rinzai-Schule des Zen in Japan. Dogen hatte dort einige Jahre Zen geübt und das Rinzai Zen vertieft.

Wie auch immer, bei mir ist es nun anscheinend umgekehrt und während des diesjährigen Pfingstsesshin im To Gen Ji durfte ich, zusammen mit zwei Dharma-Brüdern, feierlich die Mönchsordination empfangen. Während der Zeremonie haben wir gemeinsam die Gebote und das Tempelmanifest des To Gen Ji verlesen. Darüber hinaus erhielt ich einen zweiten Mönchsnamen, To Ki. „To“ leitet sich von der Zugehörigkeit zum To Gen Ji ab und bedeutet „Pfirsichblüte“ und „Ki“ meint die „Energie“.

Hier könnt Ihr Christoph Rei Ho´s Teisho zur Ordination hören:

Ich bin froh und dankbar für die Begleitung und Unterweisungen meiner Lehrer auf dem Weg.

Gasshô, Patrick To Ki Ho Kai

Unsere Japanreise 2026

­Liebe Sangha,

vor zwei Tagen sind wir von unserer zweiten Japanreise zurück gekehrt und sind noch voll von den vielen Eindrücken unserer Erfahrungen und auch ein wenig im Jetlag. Gestartet sind wir diesmal in Tokyo und von dort ging es dann nach Kamakura und zum Daibutsu, der 13,8 Meter hohen Buddhastatue aus Bronze. Über den Daibutsu-Hikingtrail ging es zum Engakuji, einem der Haupttempel der Rinzai-Schule. Dort hatten wir uns für ein abendliches Zazenkai angemeldet, wo wir mit 50 Leuten eine Einführung in Zazen bekamen (auf Japanisch 🙂 und gemeinsam das Herz-Sutra rezitiert haben. Auf den Spuren von Hakuin ging es weiter in Richtung Mt. Fuji. Irgendwo im Nirgendwo, genannt Hara, sind wir ausgestiegen, um den Tempel und das Grab von Meister Hakuin zu besuchen. Wirkte irgendwie alles ziemlich in Renovierung. Nach einem kurzen Spaziergang zur Suraga Bucht ging’s dann weiter mit dem Zug bis Kambara – einem kleinen Dorf an der Tokaido Straße, mit vielen alten Häusern aus der Edo Zeit, zwischen Shizuoka und dem Industriegebiet von Fuji-Stadt. ­ ­ ­ ­
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­Der Mt. Fuji ist ja bekannt dafür, ein wenig schüchtern zu sein und so bekamen wir ihn erst nach fast einer Woche zu Gesicht, aber dann in vollen Pracht, bei schönstem Wetter und sogar ohne Wolkenkrone. Auf Einladung unserer Dharma Schwester, Julia Orin, durften wir danach zwei Tage im Sogenji Tempel von Shodo Harada Roshi in Okayama verbringen. Es war eine eindrückliche Erfahrung, die wir wohl noch einige Zeit verdauen müssen und sicherlich noch oft davon erzählen werden. Der Tempel ist ein ganz besonderer Ort, an dem internationale Zen Männer und Frauen praktizieren. Der Tagesablauf beginnt früh und ist, auch an normalen Tagen, lang und durchaus herausfordernd. Dazu wird dort einmal im Monat ein O-Sesshin (großes Sesshin, sieben Tage) und ein Ko-Sesshin (kleines Sesshin, drei Tage) praktiziert. Wir haben dort bei Morgen- und Nachttemperaturen von 1° Zazen geübt und auch geschlafen. Am Tag wurde es beim Samu dann aber auch ordentlich heiß. Die Abläufe der Zen Routine sind schnell und sehr dynamisch und so konnten/mussten wir tatsächlich stark mit unserem Anfänger-Geist arbeiten, was eine sehr gute Übung war. ­ ­ ­ ­
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Von Okayama aus ging es mit dem Shinkanzen für einige Tage nach Nagasaki, wo wir den Friedenspark besuchten und auch einer Einladung in den Kotaiji folgten. Dort waren wir mit Jesse Reiho Haasch verabredet, einem gebürtigen US Amerikaner, hat aber auch längere Zeit in der Schweiz gelebt und im Dojo Zürich praktiziert hat. Nach nunmehr zwölf Jahren in Japan ist er mittlerweile einer der Lehrer in diesem Ausbildungtempel der Soto Schule. Nach einer Schale Tee zur Begrüßung hat er sich viel Zeit genommen und uns die gesamte Tempelanlage gezeigt, die übrigens auch einen Kindergarten beherbergt. Die freundliche Aufnahme und der herzliche Kontakt erfüllt uns mit grosser Dankbarkeit. 

Über ein wunderbares Onsen Dorf mit dem bezeichnenden Namen Unzen, setzen wir dann mit der Fähre über nach Kumamoto, wo wir noch einmal in das Leben einer Hafenstadt eingetaucht sind, die sich nach einem schweren Erdbeben im Jahr 2016 noch einmal neu erfindet. Im Suizenji Park wurden wir Zeuge, wie in Gemeinschaft Samu beim Reinigen eines größeren Teiches geübt wurde. ­ ­

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Schließlich konnten wir dann noch einmal fünf Tage im Beppu Zen Retreat bei Yodo Kono verbringen. Dort waren wir bereits zum zweiten Mal. Yodo ist Rinzai Zen Mönch und leitet einen kleinen Familientempel in einem Vorort von Beppu auf Kyushu. Er betreibt hier neben seinen Tempel Aufgaben für die Gemeinde ein kleines Retreat Zentrum mit zwei Gästehäusern. Er bietet ein sehr einfaches, aber gut funktionierendes Programm für überwiegend junge Gäste aus der ganzen Welt an. Morgens Zazen, gemeinsames Frühstück (Reissuppe), gemeinsames Samu (z.B. Tempelcleaning oder Krauten), gemeinsames Zubereiten des Mittagessens und Abendessens (japanische Familienküche unter Anleitung von Yodo), zusammen essen, Fragen stellen und Yodo zuhören. Es geht um erste Erfahrungen mit Zen, aber auch um japanische und lokale Kultur.

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Die Nachmittage sind frei zur Entdeckung der Gegend oder ein Bad in den zahlreichen heißen Quellen. Ab und zu machen Yodos Frau Keiko und seine Mutter weitere Angebote für die Gäste wie Teilnahme an einer Teezeremonie oder Kalligraphiekurs. Die Einfachheit dieses Angebotes ist einfach umwerfend und inspirierend. Yodos Großvater war übrigens ein guter Freund unseres Dharma-Großvaters Oi Saidan. ­

Die letzen zwei Tage unserer Reise verbrachten wir schließlich noch einmal in Tokyo. Dort konnten wir die volle Pracht der diesjährigen Kirschblüte „Sakura“ bestaunen, bevor wir dann über das Nordpolarmeer wieder nach Hause geflogen wurden. ­ ­ ­ ­ ­

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­ ­ ­ ­ Wir hoffen, unser kleiner Reisebericht hat Euch gefallen?! 😀

Ordination von Alia Ho Chi

Das Rohatsu Sesshin im To Gen Ji zu erleben war eine tiefgreifende Erfahrung, die meinen Entschluss, den Buddha – Weg zu folgen, bekräftigte.

Diese intensive Übungszeit war begleitet von Liebe, Mitgefühl, Vertrauen und aufmunternden Worten unseres Zen-Lehrers Christoph REI HO Hatlapa. 
Am Ende des Sesshins erhielt ich im Rahmen einer formellen, feierlichen Laienordinationszeremonie den Namen HO CHI. Dieser Name wird mich stets an die Bodenständigkeit, Kraft, Geduld, Ausdauer und die Geste der Erdberührung erinnern. Jeder Schritt, jeder Atemzug – ein Liebesbrief an die Erde.

Voller Demut und Dankbarkeit freue ich mich auf das gemeinsame Sitzen, Schweigen, Zusammenwachsen und ins Tun kommen mit der Sangha in Kô Getsu An. 

Hochachtungsvoll Gasshô,

Alia HO CHI

Zufluchtnahme im Kô Getsu An

Während des Zen Tag Offene Weite hat eines unserer Sangha Mitglieder Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha genommen. Wir freuen uns über diesen Schritt und das Bekenntnis zur gemeinsamen Praxis. In einer bewegenden Zeremonie hat Manfred M. Zuflucht genommen und die ersten fünf Silas/Gebote/Kai erhalten. In ihrem Teisho betonte Johanna Ho Ka, dass diese nicht als strikte Regeln zu verstehen seien, sondern uns als Leitlinien und Orietierung dienen können. Sie verglich die Silas mit unserem Tun im Garten, in dem die Arbeit nie fertig wird und wir auch keinen „perfekten“ Zustand erreichen, was immer wir uns auch darunter vorstellen mögen. Es geht um unser Bemühen und die Ausrichtung auf dem Weg, die die Silas in uns lebendig werden lassen.

Danke an alle, die dabei waren und diesen wunderbaren Tag gestaltet haben.

Herbstmond Sesshin im Kô Getsu An

Nachdem unser Herbstmond Sesshin leider krankheitsbedingt um eine Woche verschoben werden musste, konnte es vom 07.11. – 09.11.2025 doch noch starten. Christoph Rei Ho Hatlapa hatte genau noch dieses eine Wochenende in seinem Terminkalender frei und auch die meisten Teilnehmenden, die sich bereits für den ursprünglich geplanten Termin angemeldet hatten, konnten zu unserer großen Freude, einfach und flexibel umdisponieren.

„Sesshin ist ein Akt der Selbstliebe„, sagt Christoph Rei Ho in seinem ersten Teisho am Samstag, denn „dass wir uns uns selbst zuwenden bedeutet, aufzuhören, vor uns selbst zu flüchten. Selbsterkenntnis und Selbstliebe sind Grundlage, um überhaupt liebesfähig zu sein„.

Es war wieder ein sehr kraftvolles und harmonisches Sesshin, in dem sich jede und jeder, mit der Unterstützung der Sangha, sich selbst zuwenden konnte und darüber hinaus auch die Gelegenheit hatte, Christoph Rei Ho im Dokusan zu begegnen. Auch in Haus und Garten wurde während des Samu wieder eine Menge bewegt und schließlich gilt unser aller Dank natürlich auch dem Tenzo, der uns wieder einmal sehr gut versorgt hat.

Hier könnt Ihr die beiden Teishos von Christoph Rei Ho hören:

Hisamatsu – Das wahre Selbst entdecken.

Diamantsutra – Zeichenlosigkeit und organische Liebe

Katja Ho Jiki empfängt Laienordination

Zum Ende des Herbst-Sesshin im To Gen Ji in Steyerberg gab es zu unserer großen Freude eine Laienordination für Katja Ho Jiki sowie eine weitere Mönchsordination durch Christoph Rei Ho Hatlapa.

Katja unterstützt die Zen Übung im Kô Getsu An bereits seit vielen Jahren mit ihrer Präsenz und ihrem Engagement. Mit dem Tragen des Rakusu und ihrem Dharma-Namen „Ho Jiki“ setzt sie nun auch ein äußerliches Zeichen für die Sangha.


Hier einige Worte von Katja Ho Jiki:

Nach meiner Zufluchtnahme am 13. November 2022 zu Buddha, Dharma und Sangha durfte ich vergangenen Sonntag im To Gen Ji durch Christoph To Toku Rei Ho Hatlapa im Rahmen einer feierlichen Zeremonie die Laienordination empfangen.

Die Laienordination bedeutet keinen Status oder ähnliches, sondern die bewusste und bestätigende Entscheidung, den Weg Buddhas im Alltag zu leben und diese nach außen zu tragen.

Das Vorlesen der fünf weiteren Silas, der wegweisenden Empfehlungen für Mitgefühl, Achtsamkeit und Weisheit in allen Aspekten des Lebens, war ein sehr berührender Moment, der mir die Bedeutung derer nochmal tief bewusst werden ließ.

In dieser für mich sehr bewegenden Zeremonie habe ich den Namen Ho Jiki erhalten. Ho bedeutet „Gipfel“, für den klaren Blick und das Streben nach Wahrheit und Jiki bedeutet aufrecht, gerade heraus, ehrlich, die Haltung, den Weg ohne Umwege zu gehen, in Offenheit und Wahrhaftigkeit. „Trau Dich“ sagte Christoph.

Dieser Name erinnert mich täglich daran, dass der Zen-Weg kein fernes Ziel ist, sondern sich in jedem Atemzug verwirklicht. In Klarheit, Aufrichtigkeit und der Bereitschaft, immer wieder neu hinzuschauen.

Das Sesshin, an dessen Ende die Zeremonie stattfand, war eine tiefe Erfahrung von Miteinander und Vertrauen, getragen von der Gemeinschaft der Sangha und der Präsenz meines Lehrers. Ein Ankommen in dem, was schon lange im Inneren da war.

Ich freu mich auf das weitere Herzwerden mit meiner Sangha im Kô Getsu An, auf das gemeinsame Wachsen, Sitzen und Schweigen- und darauf, meine Energie in dieses lebendige Feld einzubringen.

Gasshô, Katja Ho Jiki

Sesshin mit Christoph Rei Ho Hatlapa und Muhô im To Gen Ji

„Ist der Meister da?“ – Die Eremiten hoben ihre Faust!

Vom 04.09. – 07.09.2025 fand ein Sesshin mit Christoph Rei Ho Hatlapa und Muhô im To Gen Ji in Steyerberg statt, welches wir, Johanna Ho Ka und Patrick Ho Kai, auf Einladung von Christoph Rei Ho für die Choka Sangha organisiert und geleitet haben. Es war eine Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Zen-Meister, sowohl was ihre jeweilige Tradition des Zen betrifft, als auch im Ausdruck und der Vermittlung des einen Dharma. Mit abwechselnden Teishos (Vorträgen) und Mondos (Frage und Antwort), einer kraftvollen Rezitation, dem gemeinsamen Samu und natürlich Zazen, war es ein wirklich tolles und energetisches Sesshin in Rinzai Form.

Die Teishos von Christoph Rei Ho und Muhô könnt Ihr weiter unten anhören.

04.07.2025: Eröffnungsvortrag von Muhô – „Was habe ich in Japan gelernt?“

05.09.2025: Teisho von Christoph Rei Ho Hatlapa „Sage nicht, der Tathāgata hege die Vorstellung, er wolle die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.“

06.07.2025: Teisho von Muhô „Shoji“ und „Tenzo kyokun“

07.09.2025: Teisho Christoph Rei Ho Hatlapa „Das ganze Universum in den zehn Richtungen, ist eine leuchtende Perle“

Danke an Christoph Rei Ho und Muhô, dass diese Form des Sesshins möglich wurde und alle, die dabei waren.